Warum die Aktionswochen nicht mehr HEIMAT-Wochen heißen

Im Jahr 2016 umschrieb der HEIMAT-Begriff für die Gründungsmitglieder der Aktionswochen gegen Rassismus eine Utopie:

Wir wollten damit zum Ausdruck bringen, dass Stuttgart eine HEIMAT für Alle sein soll, auch für Menschen mit Rassismuserfahrungen. Unser emanzipatorisches Ziel war den Begriff rassismuskritisch umzudeuten und damit konservativen Deutungshoheiten zu entziehen.

Seither diskutierten wir kontinuierlich, ob diese Überschrift (noch) passt. Der Begriff wurde in der Zwischenzeit fast inflationär unpolitisch verwendet. Heimattage, Heimat-Produkte wie Heimat-Gin als Inbegriff des Regionalen in Supermärkten und Direktvermarktung, als verklärte Rückbesinnung auf Kindheit – und gleichzeitig von rechten (und rechtsextremen) Parteien und Gruppierungen benutzt als nationalistische, ausschließende gesellschaftspolitische Position. Wir mussten erkennen, dass unsere Vision der positiven Neu-Setzung von Heimat so nicht funktioniert hat.

Daher hatten wir HEIMAT für 2 Jahre auf den Kopf gestellt. Nun verabschieden wir uns ganz von dieser Utopie und streichen den Begriff aus dem Namen um Missverständnisse auszuschließen.

Ab jetzt finden rund um den UN-Gedenktag gegen Rassismus am 21. März die „Aktionswochen gegen Rassismus Stuttgart“ statt.