Nina Guérin | Foto von Markus Milcke

„Die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Stuttgart tragen dieses Jahr erstmals den Namen „Aktionswochen gegen Rassismus Stuttgart“. Dieser Name erinnert an den von der US-amerikanischen Schriftstellerin Angela Davis formulierten Auftrag an uns alle: „In einer rassistischen Gesellschaft reicht es nicht aus, nicht-rassistisch zu sein, wir müssen antirassistisch sein“. Antirassismus erfordert entschiedenes Handeln und Reden gegen Rassismus und – vielleicht am schwierigsten – die Reflexion und  Infragestellung eigener verinnerlichter rassistischer Einstellungen und Stereotype. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir die Impulse der Internationalen Wochen gegen Rassismus Stuttgart über den Zeitraum der Aktionswochen hinaustragen und Antirassismus in unserem Alltag aktiv verankern und jeden Tag aufs Neue leben.

Rassismus erfordert aber auch strukturelle Maßnahmen. Die Bekämpfung von Diskriminierung im Allgemeinen und von Rassismus im Speziellen ist eine wichtige Aufgabe des Landes Baden-Württemberg. Die 2018 eingerichtete Antidiskriminierungsstelle des Landes (LADS) ist Erst-Anlaufstelle für alle Betroffenen von Diskriminierung. Betroffene berichten von rassistischen Diskriminierungen in allen Lebensbereichen, bei der Arbeit, bei der Wohnungssuche, im Alltagsleben und auch im Kontakt mit Behörden. Das Land Baden-Württemberg hat daher effektive Strukturen zur Bekämpfung von Diskriminierung aufgebaut und fördert gemeinsam mit den Kommunen landesweit, und selbstverständlich auch in Stuttgart, Beratungsstellen gegen Diskriminierung, die Betroffene beraten und unterstützen. Die Stärkung der Maßnahmen in diesem Bereich ist zentrales Anliegen für die künftigen Jahre – für ein diskriminierungsfreies Baden-Württemberg.

Die Aktionswochen gegen Rassismus Stuttgart bieten mit ihrem vielfältigen Programm die Möglichkeit gemeinsam weiter daran zu arbeiten, dass in Baden-Württemberg Rassismus aktiv und entschieden entgegengetreten wird, rassistische Diskriminierungen in jedem Lebensbereich erkannt und sanktioniert werden und Betroffene von Rassismus uneingeschränkten Rückhalt erfahren.“

Nina Guérin
Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Landes Baden-Württemberg (LADS)